FÖRDERVEREIN
PAUL-GERHARDT-KIRCHE LEIPZIG-CONNEWITZ e.V.

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Paul-Gerhardt-Kirche | Kirchgemeinde Connewitz-Lößnig

Die Paul-Gerhardt-Kirche zu Leipzig-Connewitz
 
"Fast kommt man in Versuchung, Connewitz für kein gewöhnliches Dorf zu halten, so reizend stellt es sich uns mit seinen malerischen Landhäusern dar, in denen die angeseheneren Familien Leipzigs im Sommer die Ruhe des Landlebens genießen." So beschrieb Carl Christian Carus Gretschel in seinem 1836 erschienenen Stadtführer das südlich von Leipzig gelegene Dorf Connewitz. Seither hat sich der Charakter des Ortes, der 1891 nach Leipzig eingemeindet wurde, grundlegend gewandelt. Das dörfliche Gepräge ging weitgehend verloren. Heute wird Connewitz vorwiegend von städtischer Bebauung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts bestimmt.

1756 wurde am Platz der jetzigen Kirche der erste Connewitzer Friedhof eingerichtet, mit einer Friedhofskapelle, in der aber nur Begräbnisgottesdienste, Betstunden und Katechismusunterricht gehalten werden durfte. Am 3.11.1771 wurde die alte Connewitzer Kirche - eine spätbarocke Saalkirche mit etwa 280 Sitzplätzen - in der Königstraße (heutige Prinz-Eugen-Straße) auf dem Schulberg geweiht. Zu ihrer Erbauung hatten sich die Bewohner von Connewitz in "eigenmächtiger Weise" - ohne behördliche Genehmigung - entschlossen. Die Kosten brachten sie durch Spenden und Hypotheken auf alle Connewitzer Grundstücke auf.

Connewitz gehörte damals kirchlich zu Probstheida; bereits 1842 hatte die Connewitzer Gemeinde um Selbständigkeit ersucht, doch erst am 7.10.1875 erfolgte die Gründung der Kirchgemeinde Connewitz. - Da die Einwohnerzahl Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts auf über 10 000 angestiegen war, wurde die schöne alte Connewitzer Kirche zu klein. Ein 1892 gegründeter Kirchenbauverein bemühte sich daher um die Errichtung eines neuen Kirchengebäudes in angemessener Größe. Zum Bauplatz bestimmte man den westlich des Connewitzer Kreuzes gelegenen alten Friedhof, der seit 1882 nicht mehr belegt wurde.

Kirche von Sueden

An einem Entwurfswettbewerb beteiligten sich mehrere Architekten. Zur Ausführung kam der Entwurf von Julius Zeißig, der bereits 1883 bis 1886 die Lutherkirche am Johannapark erbaut hatte. Im Gegensatz zur neugotischen Lutherkirche orientierte sich Zeißig in Connewitz an den Formen der deutschen Renaissance.
Der erste Spatenstich erfolgte am 4.4.1898, Grundsteinlegung war am 12.6.1898, Richtfest am 12.11. desselben Jahres. Die Weihe der neuen Kirche fand am 1. April 1900 statt. Die alte Kirche wurde 1902 weggerissen.

Den Namen "Paul-Gerhardt-Kirche" erhielt die Kirche am 24.10.1934.

Die Kirche erstreckt sich auf einem erhöhten Gelände in Ost-West-Richtung. Das Äußere der Saalkirche wird von dem reizvollen Kontrast bestimmt, den die in rötlichem Rochlitzer Porphyr ausgeführten architektonischen Glieder zu den verputzten und hell gestrichenen Wandflächen bilden. 

 
Kirchturm von Sued-Ost An der östliche Schmalseite steht der 60 m hohe Turm mit dem in einem schmalen Vorbau befindlichen Hauptportal.Zwei Mosaiken der renommierten Berliner Firma Puhl&Wagner, die u.a. auch die Mosaikarbeiten in der Elisabethkemenate der Wartburg ausführte, bilden den künstlerischen Schmuck des Eingangsbereichs. Im Portaltympanon ist der einladende Christus zu sehen, im Giebelfeld der Ecce homo (Seht, was für ein Mensch!), nach einem im 19. Jahrhundert außerordentlich beliebten Gemälde des Italieners Guido Reni aus der Dresdener Galerie.
Ursprünglich befanden sich über den Eingängen der den Turm flankierenden Treppenhäuser vier weitere Mosaiken mit den Darstellungen der Evangelisten. Sie blieben jedoch leider nicht erhalten.

Portal
 
Die Kirche verfügt im Schiff über 500 und auf den Emporen über 150 Plätze.
 
Das Kirchenschiff ist 25m lang und 17m breit.
Kirchenschiff von der Orgelempore Richtung Altar
 
Holzdecke mit gemalten Rosetten Den Raum überspannt eine hölzerne, von Schmuckleisten gegliederte Tonnendecke, deren ornamentale Bemalung, ausgeführt vom Leipziger Kunstmaler Paul Edlich, erhalten ist. Holzdecke mit gemalten Blumenornamenten

Das Schiff wird von jeweils vier großen Rundbogenfenstern an den beiden Längsseiten erhellt, deren Maßwerk bei allen Fenstern verschieden ist. Bei dem Bombenangriff vom 4. Dezember 1943 gingen die mit den Seligpreisungen gestalteten Fenster und die Innenausmalung verloren.
Die heutigen Buntglasfenster wurden von Alfred Brumme entworfen und sind 1954 eingesetzt worden. Sie dienen der Verkündigung durch Symbole, verbunden mit je einem Liedvers von Paul Gerhardt. Es gibt je ein Paar Weihnachts-, Karfreitags-, Oster- und Pfingstfenster.

Weihnachtsfenster 1 Weihnachtsfenster 2

Karfreitagsfenster 1 Karfreitagsfenster 2

Osterfenster 1 Osterfenster 2

Pfingstfenster 1 Pfingstfenster 2

Die Fenster im Altarraum tragen die Symbole für die Taufe und das Heilige Abendmahl.
Die Fenster in der Vorhalle stammen ebenfalls von Alfred Brumme und sind dem Gedenken an die Opfer des 2. Weltkrieges gewidmet (1959).

Karfreitagsfenster
Abendmahlsfenster
Gedaechtnisfenster

Das wertvollste Kunstwerk der Kirche ist das Schnitzbild "Heiliges Abendmahl", Joh.13,34 gewidmet, wie der Altar und die Kanzel geschaffen von dem Leipziger Holzbildhauer Heinrich Behr. Er orientierte sich an byzantinischen Vorbildern und an einem gemäßigten Jugendstil. Über das Abendmahlsrelief schrieb er: "Dasselbe zeichnet sich zunächst dadurch aus, indem es aus einer außergewöhnlich starken, deutschen Riesenlinde bzw. deren Pfosten hergestellt ist, und die Bearbeitung daher eine besonders schwierige war." Das Relief entstand bereits 1893 und wurde auf der im gleichen Jahre stattfindenden Weltausstellung in Chicago gezeigt, wo es in der Abteilung "Deutsche Kunst" mit dem Kunstpreis ausgezeichnet wurde.

Abendmahl-Schnitzbild

Nachdem es längere Zeit vom Altar getrennt über dem Taufstein hing, befindet sich das Schnitzbild seit der in den achtziger Jahren erfolgten Innenerneuerung der Kirche wieder an seinem angestammten Platz.

Altarraum Das Holzkruzifix über dem Abendmahl - ebenfalls aus Lindenholz - weist die Besonderheit auf, daß in der Schattenbildung die beiden Schächer zur Rechten und Linken zu erkennen sind.

Bis zur kriegsbedingten Glockenabnahme am 2.12.1941 hatte die Paul-Gerhardt-Kirche (nach Meinung der Connewitzer) "das schönste Bronzegeläut Leipzigs", in reinem C-Dur-Dreiklang, gehabt.
Das jetzige Bronzegeläut wurde am 1. Juli 1956 eingeweiht. Die Glockengießerei Schilling Apolda lieferte nicht die gewünschte Tonlage der Glocken. Infolge der zu hohen Stimmung der drei großen Glocken wurde die kleine Glocke neu gegossen und im Dezember 1956 ersetzt.
Die Glocken haben die Gewichte 960, 533, 362 bzw. 179 kg und die Durchmesser 117, 96, 86 bzw. 70 cm.
Die Inschriften lauten:
Große Glocke: LASSET EUCH VERSOEHNEN MIT GOTT [Kreuz mit Weltkugel] {2. Kor 5, 20}
               AD 1956 GEGOSSEN FÜR DIE IM KRIEGE 1939-1945 GENOMMENEN GLOCKEN
Glocke 2: SUCHET WAS DROBEN IST, DA CHRISTUS IST [Chi Rho - Christusmonogramm] {Kol 3, 1}
Glocke 3: FREUET EUCH, DASS EURE NAMEN IM HIMMEL GESCHRIEBEN SIND [Ankerkreuz] {Lk 10, 20b}
Kleine Glocke: HALTET AN AM GEBET [Opferschale mit Kreuz] {Röm 12, 12; Kol 4, 2}

Orgelempore

Die erste Orgel der Paul-Gerhardt-Kirche baute der Orgelmeister Ladegast; sie hatte 3 Manuale, 1 Pedal, 34 Register und 1886 Pfeifen.

Seit dem 21.4.1974 hat die Kirche eine Schuke-Orgel mit 2 Manualen, 1 Pedal, 28 Register und 2079 Pfeifen.


Dieses gediegene Bauwerk gilt es zu erhalten!
Das wird nur möglich sein, wenn sich viele dafür engagieren.
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